{"id":742,"date":"2014-11-22T10:32:25","date_gmt":"2014-11-22T09:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tobias-schroeter-spd.de\/?p=742"},"modified":"2014-11-22T10:41:21","modified_gmt":"2014-11-22T09:41:21","slug":"stellungnahme-rechtliche-betrachtung-der-baumschutzsatzung-der-stadt-koenigs-wusterhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tobias-schroeter-spd.de\/?p=742","title":{"rendered":"Stellungnahme: Rechtliche Betrachtung der Baumschutzsatzung der Stadt K\u00f6nigs Wusterhausen"},"content":{"rendered":"<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><em>Folgende Stellungnahme habe ich f&uuml;r die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung K&ouml;nigs Wusterhausen &uuml;ber einen Antrag der CDU-Fraktion verfasst:<\/em><\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t&nbsp;\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">1. In der Begr&uuml;ndung der Vorlage der CDU-Fraktion (Beschlussvorlage 10-14-141) hei&szlig;t es: &bdquo;Die st&auml;dtische Baumschutzsatzung ist in einem entscheidenden Punkt nicht mit dem geltenden Recht vereinbar. So d&uuml;rfen Verwaltungsmitarbeiter und deren Beauftragte zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben Haus- und Gartengrundst&uuml;cke nicht betreten (&sect; 30 Absatz 3 Satz 2, &sect; 25 Absatz 3 BbgNatSchAG).&ldquo;<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<!--more-->\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">a) Diese Aussage ist dem BbgNatschAG so zu entnehmen. Demnach gilt: &bdquo;Bedienstete und Beauftragte der Naturschutzbeh&ouml;rden d&uuml;rfen zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben Grundst&uuml;cke mit Ausnahme von Haus- und Gartengrundst&uuml;cken betreten und dort nach rechtzeitiger Ank&uuml;ndigung auch Vermessungen, Bodenuntersuchungen und &auml;hnliche Arbeiten durchf&uuml;hren. Einer Ank&uuml;ndigung bedarf es nicht bei der Wahrnehmung der Aufgabe aus &sect; 6 des Bundesnaturschutzgesetzes.&ldquo;, &sect; 25 Absatz 3 BbgNatschAG. Dass hei&szlig;t, dass Grundst&uuml;cke, auf denen keine Wohnung im Sinne des Art. 13 GG liegt, nach Vorank&uuml;ndigung betreten werden d&uuml;rfen. Daraus folgt, dass Haus- und Gartengrundst&uuml;cke dem nicht unterliegen. Die Aussage der CDU-Fraktion ist daher richtig.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">b) In der Stellungnahme der Verwaltung hei&szlig;t es hingegen: &bdquo;&#8230; &sect; 25 Absatz 3 BbgNatschAG verbietet das Betreten einzelner Grundst&uuml;cke nicht schlechthin. Im Gegenteil wird ein allgemeines Betretungsrecht erst angeordnet, welches dann aber durch eine Ausnahmeregelung f&uuml;r bestimmte Grundst&uuml;cke wieder eingeschr&auml;nkt wird.&ldquo; Auch dies ist richtig. Wie bereits oben dargestellt, d&uuml;rfen Grundst&uuml;cke mit Ausnahme von Haus- und Gartengrundst&uuml;cken nach Vorank&uuml;ndigung betreten werden.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">c) Demnach ist &sect; 11 der st&auml;dtischen Baumschutzsatzung streitig. Fraglich ist, ob &sect; 11 der st&auml;dtischen Baumschutzsatzung mit &sect; 25 Absatz 3 BbgNatschAG vereinbar ist. Weiterhin k&ouml;nnte auch der Schutzbereich von Art. 13 GG beeintr&auml;chtigt sein.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">&sect; 11 der st&auml;dtischen Baumschutzsatzung lautet:<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">&bdquo;Die zust&auml;ndigen Mitarbeiter und Baumschutzbeauftragten der Stadt K&ouml;nigs Wusterhausen sind nach Vorank&uuml;ndigung berechtigt, zum Zwecke der Durchf&uuml;hrung dieser Satzung Grundst&uuml;cke, mit Ausnahme der Wohnungen, zu betreten.&ldquo;<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Zuvor ist also zu kl&auml;ren, was eine Wohnung im Sinne des Art. 13 GG ist. &bdquo;Der Schutz der r&auml;umlichen Privatsph&auml;re, losgel&ouml;st vom engeren Wohnungsbegriff, erstreckt sich auch auf umz&auml;unte oder in anderer Weise (zB durch Bepflanzungen) der &ouml;ffentlichen Zug&auml;nglichkeit entzogene Bereiche, wie G&auml;rten oder Vorg&auml;rten.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">&nbsp;F&uuml;r den Schutz des Art.&nbsp;13 ist allein entscheidend, ob der jeweilige Raum oder die jeweilige Fl&auml;che als Bereich der individuellen Lebensgestaltung und des privaten R&uuml;ckzugs ausgewiesen ist und der &Ouml;ffentlichkeit nicht frei zug&auml;nglich sein soll.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Dies ist so zu verstehen, dass ein gesamtes Grundst&uuml;ck, auf welchem ein dem Wohnen dienendes Haus steht, als Wohnung im Sinne des Art. 13 GG anzusehen ist. Daraus folgt auch, dass Naturschutzbeh&ouml;rden und &Auml;hnliche solche Grundst&uuml;cke gem&auml;&szlig; Art. 13 GG, &sect; 25 Absatz 3 BbgNatschAG nicht betreten d&uuml;rfen. Auch nicht mit Vorank&uuml;ndigung.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">d) Steht dem nun &sect; 11 der st&auml;dtischen Baumschutzsatzung entgegen?<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Dies k&ouml;nnte dem Wortlaut so entnommen werden. Allerdings ist es m&ouml;glich &sect; 11 entsprechend verfassungskonform dahingehend auszulegen, dass Haus- und Gartengrundst&uuml;cke nicht betreten werden d&uuml;rfen. Der Wohnungsbegriff ist hier also weit zu verstehen. Diese Ansicht wird auch in der Stellungnahme der Verwaltung vertreten und ist meiner Ansicht nach rechtlich ohne Weiteres vertretbar, wenn die Satzung auch so gehandhabt wird. Weiterhin ist zu beachten, dass eine kommunale Satzung vor ihrem Inkrafttreten von der Kommunalaufsicht gepr&uuml;ft wird. Diese Pr&uuml;fung hat offenkundig nicht zur Aufhebung der Baumschutzsatzung gef&uuml;hrt, sodass ihre Verfassungskonformit&auml;t angenommen werden kann. Des Weiteren sind keine Beschwerden oder Klagen gegen die Satzung bekannt. Auch dies spricht f&uuml;r die Wirksamkeit der st&auml;dtischen Baumschutzsatzung.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t&nbsp;\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">2. Die Vorw&uuml;rfe der CDU-Fraktion sind fachlich nicht haltbar und &uuml;bergehen den Grundsatz der verfassungskonformen Auslegung.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Es ist zuzugeben, dass der Wortlaut des &sect; 11 irref&uuml;hrend sein kann und der Anwendungsbereich sehr klein ist. Es k&ouml;nnte daher angezeigt sein den Wortlaut entsprechend zu &auml;ndern: &bdquo;Die zust&auml;ndigen Mitarbeiter und Baumschutzbeauftragten der Stadt K&ouml;nigs Wusterhausen sind nach Vorank&uuml;ndigung berechtigt, zum Zwecke der Durchf&uuml;hrung dieser Satzung Grundst&uuml;cke, mit Ausnahme Haus- und Gartengrundst&uuml;cken, zu betreten.&ldquo;<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:arial,helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">3. Es besteht aber kein Grund die st&auml;dtische Baumschutzsatzung aufzuheben. Der Vorlage 10-14-141 kann nicht gefolgt werden. Sie ist abzulehnen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Folgende Stellungnahme habe ich f&uuml;r die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung K&ouml;nigs Wusterhausen &uuml;ber einen Antrag der CDU-Fraktion verfasst: &nbsp; 1. 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